La Bulle Libre: L’Odyssée Pétillante Chapitre 1

Ay, Champagne
Rebsorte: Meunier, Pinot Noir, Chardonnay

Kategorie: classic – funky – crazy

Die einzigartigen Etiketten von La Bulle Libre erkennt man auch über drei Tische hinweg noch sehr gut. Dahinter stecken die Brüder Romain und Thomas Henin, die gemeinsam seit 2022 am elterlichen Weingut ihre Champagner machen. Die Geschichte der beiden ist allerdings alles andere als geradlinig. Romain, der große Bruder, will immer Winzer werden und kehrt nach der Ausbildung und mehreren Jahren bei Henri Giraud heim um in Ay gemeinsam mit seinen Eltern an deren Weingut zu arbeiten und dies später zu übernehmen. Doch während Romain die Biodynamie für sich als essenzielle Arbeitsweise entdeckt hat, will der Vater nichts davon wissen.

Romain pachtet schließlich parallel selbst einen kleinen Weingarten und füllt ab 2018 die ersten eigenen Champagner ab. Zero-Zero lautet die Devise, im Weingarten werden zahlreiche Bäume gepflanzt, die Biodynamie steht an oberster Stelle – so viel Naturwein bekommt man selten in der Champagne. Überraschend für alle Beteiligten erklärt Papa Pascal Henin im Herbst 2021, dass dies nun seine letzte Lese ist und er ab dem Winter an Romain übergeben will. Der holt sich zur Unterstützung seinen kleinen Bruder Thomas dazu, der im auch in der Vergangenheit immer zur Seite gestanden ist. Ab 2022 starten die Brüder ab 2022 unter dem neuen Namen „La Bulle Libre“ ins gemeinsame Weingut.

Weinfotos: © Wein für Wein; Winzerfotos: © La Bulle Libre

Verkostungsnotiz

Ein silbriges Gold-Bronze, das schon andeutet, dass in dieser Cuvée die roten Rebsorten eine Rolle spielen müssen. Und in der Nase macht sich dann der Meunier gleich mit seiner tiefdunklen Würzigkeit bemerkbar. Die Frucht ist hier komplett im Hintergrund, maximal ein kleines bisschen gelber Apfel und Birnenschale haben wir dabei. Einen Touch Oxidation spürt man auch sofort – nicht überbordend allerdings. Darüber liegt eine richtige Staubschicht – kalkiges Steinmehl, dass sich mit der dunklen Würze, Backgewürzen wie Nelke und Schwarzbrotnoten vermischt. Auch am Gaumen sind wir hier spürbar reif, das ist also kein Laserschwert-Territorium. Stattdessen haben wir hier wieder die dunkle Würzigkeit, mit der der Champagner aufmacht, hier kommen allerdings die saftigen gelben Fruchtnoten dazu, die in der Nase nicht vorhanden sind. Nach hinten zieht sich das Ganze allerdings ins hellere, leichtere, hebt sich im Abgang schön und macht direkt Lust auf den nächsten Schluck. Den sollte man dann auch recht rasch nehmen, denn Full Disclaimer: Diese Flasche war nach einer Stunde nicht mehr so stabil, wie wir das gerne gehabt hätten. Im Einstieg war da aber definitiv Spaß dabei!

9,2/10

Punkte Kady

Wer Champagner auf Natural-Basis sucht ist hier richtig – auch wenn’s mal Flaschenunterschiede geben kann.

9,2/10

Punkte Michael

Zu Beginn macht das schon richtig Spaß, leider fällt der Champagner dann im Glas nach einer Stunde zunehmend auseinander – besser schnell die Flasche leeren.

Und hier findet ihr den Wein
Die Weine von La Bulle Libre findet generell nicht leicht – in Österreich gibt’s die Weine bei Kostraum und auch Pub Klemo immer wieder Einzelflaschen. Oder ihr versucht euer Glück bei idealwine. Der kostet knapp 55€.

Das können wir noch empfehlen…
Wir haben Romain Henin schon sehr groß getrunken – Le Gamin de Terroir kann extrem pfeifen, wenn man die richtige Flasche erwischt. Das ist die Suche schon mal wert!

Podcast-Folge Nr. 256
Unsere Podcast-Folge zu den Henin-Brüdern und La Bulle Libre könnt ihr überall hören, wo es Podcasts gibt – zum Beispiel direkt hier oder bei Spotify und Apple Podcasts.