
Julia Konstanzer: Blaufränkisch 2022
Leithaprodersdorf, Burgenland
Rebsorte: Blaufränkisch
Kategorie: classic – funky – crazy
Von Leithaprodersdorf in die weite Welt: Wir sind heute an einem weinbaulichen Eck Österreichs, das man noch kaum am Schirm hat – aber das wird sich ändern. Julia Konstanzer zeigt schon mit ihren ersten Jahrgängen, warum das Terroir an der Grenze von Niederösterreich und dem Burgenland so spannend ist: An der nördlichen Seite des Leithagebirges gelegen findet man hier die selben spannende Kalk- und Schieferböden – aber ohne den Einfluss des pannonischen Klimas bleibt es deutlich kühler. Aufgewachsen am elterlichen Heurigenbetrieb hat Julia unter anderem Roland Velich (MORIC) oder Hannes Schuster (Weingut Rosi Schuster) über die Schulter geschaut – und macht seit 2022 ihre eigenen Weine. Wir sind jetzt schon beeindruckt und gespannt darauf, was da noch alles kommt!
Weinfotos: © Wein für Wein; Fotos der Winzerin: © Julia Konstanzer
Verkostungsnotiz
Helles, nicht ganz blickdichtes Rot mit leicht violetten Reflexen im Glas. Gleich vorweg der Hinweis, dass der Wein aktuell noch einiges an Zeit und Luft: So richtig zu strahlen begonnen hat er nach drei (!) Tagen offen! Aber das Warten lohnt sich, versprochen! Die Nase ist sofort sehr hell, rotfruchtig – aber eine perfekt reife Frucht, für uns am ehesten in Richtung Sauerkirsche. Dazu kommt eine tiefe Würze, etwas Waldboden und ordentlich diese kalkige Noten – wie Kady so schön sagt, wie wenn du in der Champagne auf einem Schotterweg voller weißem Kalkstein gehst. Ein ganz feiner Tick flüchtige Säure kommt dazu, die dem Wein noch diese letzte gewisse Etwas gibt. Eine Nase zum Verlieben! Die Erwartungshaltung an den Gaumen ist entsprechend hoch – und wird direkt umgesetzt: Das ist genauso feingliedrig wie in der Nase, eröffnet sofort mit einer reifen Saftigkeit, die Frucht wird gefühlt noch etwas heller – wir sind da bei Preiselbeer, Cranberry, wieder etwas Sauerkirsche. Das ist vollmundig, aber gleitet regelrecht über den Gaumen. Die Säure zieht den Wein in die Länge, man spürt wieder richtig diese kalkige Würze, wieder etwas Waldboden, aber alles unendlich fein. Das Tannin gibt ganz unaufdringlich etwas Struktur, gerade so viel, dass es den Wein in die richtige Bahn lenkt. Trinkfluss hoch zehn, man will sofort zum nächsten Schluck ansetzen, während der Wein über den Gaumen tänzelt. Blaufränkisch in seiner feinsten Form!
9,4/10
Punkte Kady
Diese Kalkigkeit und diese Feinheit – ich war überzeugt von Pinot. Was für ein Blaufränkisch!
9,5/10
Punkte Michael
Das ist einfach grandioser Wein. So eine filigrane Leichtigkeit in Blaufränkisch – lieben wir!
Und hier findet ihr den Wein
Die Weine von Julia Konstanzer findet ihr bei der Cantina Andreoli, Selektion Burgenland oder Wine House Austria. Der Blaufränkisch 2022 kostet rund 18€.
Das können wir noch empfehlen…
Wir konnten bis jetzt nur die Rotweine probieren und müssen auch als Zweigelt-Hater sagen: Der Rotburger 2023 macht richtig Spaß. Im Vergleich zum Blaufränkisch schiebt das direkt aus der Flasche richtig an, saftiger Saft!
Podcast-Folge Nr. 251
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