rennersistas: Waiting for Tom 2018

Gols, Neusiedlersee, Burgenland
Rebsorten: Zweigelt, Pinot Noir, Blaufränkisch

Kategorie: classic – funky – crazy

Das Weingut Renner & rennersistas in Gols wird von drei Geschwistern geführt – zuletzt hatten wir das bei der Schödl Family in Folge 8. Seit 2014 sind die Schwestern Stefanie und Susanne im Familienweingut – davor haben die beiden sich aber mit anderen Dingen beschäftigt. Susanne ging nach Wien um im Modedesign zu arbeiten und Stefanie hat zuerst Technische Mathematik und dann an der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft studiert. Ihre Verbundenheit zum Wein haben die beiden aber nie vergessen, schließlich hat es sie wieder zurück in die Weinwelt gezogen. Die beiden haben beschlossen, das Weingut weiterzuführen – allerdings mit ihren eigenen Spielregeln.

Schon 2009 hat Vater Helmuth Renner das Weingut auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Die Schwestern sind dann noch einen Schritt weiter gegangen und bewirtschaften nach den Grundsätzen der Biodynamie. Mit dem Einstieg der Töchter in den Betrieb wurde das Weinsortiment auch durch die neue Linie rennersistas ergänzt. Die Methoden der Naturweinherstellung prägen die Weine – von der Maischegärung bei den Weißweinen über das Arbeiten mit Schwerkraft, Verzicht auf Schwefel bis hin zum bewussten Verzicht auf Filtration. Zudem setzen sie auf eine sehr frühere Ernte (je nach Jahrgang teils schon im August). So erhalten sie in den immer wärmer werdenden Jahren trotzdem noch eine angenehm frische Säure, die den Weinen viel Lebendigkeit und Leichtigkeit schenkt.

Die rennersistas nennen ihre Weine gerne „Rohdiamanten“. Sie arbeiten mit der Natur, lassen die Natur für sich arbeiten und das darf man auch schmecken. Es soll in einem guten Wein auch ein Stück Freiheit sein. Hier geht’s also nicht um Sortentypizität, sondern um pure Natur im Glas.  Diese Philosophie teilt auch rennersistas Bruder Georg, der seit 2020 seine Schwestern im Weingut unterstützt.

So, und wer ist jetzt dieser ominöse Tom, auf den alle warten? Tatsächlich ist das nicht nur einer, sondern gleich mehrere. Waiting for Tom ist benannt nach den Winzern, die die Schwestern in ihrer Stilfindung und auf ihrem Weg als Winzerinnen unterstützt haben: Tom Shobbrook (Shobbrook Wines, Australien) und Tom Lubbe (Matassa, Frankreich).

Verkostungsnotiz

Schönes, dunkles Rubinrot, ganz eindeutig all natural – hefetrüb & unfiltriert. In der Nase Kirschen, Waldbeeren, alles knackig und frisch, mit Anklängen von Kräuterwürze, animalischen Tönen, dunkler Mineralität und einer ordentlichen Portion Funk. Am Gaumen kühl & frisch. Grundsätzlich kommt der Wein recht leicht daher, fast spritzig, Grapefruit im Abgang. Nicht unbedingt für absolute Natural Wine Anfänger geeignet, aber richtig spannend, wenn man mehr in diese Richtung probieren möchte.

8,5/10

Punkte Kady

Hier hat man 100% Natur im Glas, und das riecht und schmeckt man ganz eindeutig. Richtig frisch, kühl und ordentlich funky!

8,5/10

Punkte Michael

Der Wein macht schon viel richtig – super trinkig, macht Spaß, hat Struktur und ist trotzdem leicht und frisch.

Und hier findet ihr den Wein
Gekauft haben wir den Wein bei weinskandal, die Flasche kostet knapp 18€. Mehr zum Weingut Renner & rennersistas findet ihr auf der Website.

Das können wir noch empfehlen…
Wer mehr Naturwein von den rennersistas probieren möchte, sollte sich unbedingt auch den Weißwein aus der Waiting for Tom Serie anschauen. Davon abgesehen empfehlen wir euch auch den PetNat In a Hell Mood sowie den Welschriesling, der ganz weit weg von jeder Sortentypizität und gerade deswegen so spannend ist.

Podcast-Folge Nr. 14
Unsere Podcast-Folge zu Waiting for Tom Rot von den rennersistas könnt ihr überall hören, wo es Podcasts gibt – zum Beispiel direkt hier oder bei Spotify.